Gehörschutz: Wann er wichtig ist – und welcher wirklich schützt
Ein Konzert, eine Baustelle, ein lauter Arbeitsplatz, und danach pfeift es im Ohr. Was viele als harmloses Rauschen abtun, ist der Anfang von bleibendem Schaden. Gehörschutz verhindert genau das. Aber nicht jeder Stöpsel schützt gleich gut.
Lärmschwerhörigkeit: vermeidbar, aber weit verbreitet
Hörverlust durch Lärm ist die häufigste berufsbedingte Erkrankung in Deutschland. Und er ist nicht heilbar. Was einmal geschädigt ist, bleibt geschädigt – die Haarzellen im Innenohr regenerieren sich nicht.
Das Tückische: Lärmschwerhörigkeit entwickelt sich schleichend. Man gewöhnt sich an die Stille in hohen Frequenzen, bis irgendwann der Vogelsang fehlt oder Stimmen undeutlich werden. Dann ist es zu spät für Prävention.
Ab wann wird Lärm gefährlich?
Als Faustregel gilt: Ab 85 Dezibel (dB) über längere Zeit besteht Schädigungsrisiko. Zur Einordnung:
- 85 dB: Rasenmäher, lauter Stadtverkehr – ab 8 Stunden täglich bedenklich
- 100 dB: Kreissäge, lautes Konzert – nach 15 Minuten ohne Schutz problematisch
- 110–120 dB: Motorsport, Schießsport, Silvester-Böller – sofortiges Schadenspotenzial
Im Beruf ist Gehörschutz ab 80 dB vorgeschrieben, ab 85 dB Pflicht. In der Freizeit liegt die Verantwortung bei Ihnen.
Maßgefertigter vs. konfektionierter Gehörschutz
Ohrstöpsel aus dem Drogeriemarkt kosten wenig – passen aber kaum je wirklich gut. Zu groß, zu klein, rutschen heraus, drücken. Und was nicht gut sitzt, wird nicht getragen.
Maßgefertigter Gehörschutz wird nach einem Ohrabdruck individuell gefertigt. Er sitzt perfekt, ist bequem auch bei stundenlangem Tragen und hält viele Jahre. Der Preisunterschied amortisiert sich schnell – und der Schutz ist nicht vergleichbar.
Welcher Gehörschutz für welchen Zweck?
Beruflicher Lärmschutz
Für Handwerker, Maschinenbediener oder Gastronomie-Mitarbeiter: Otoplastiken mit hoher Dämpfung (25–35 dB SNR). Langlebig, hygienisch, zertifiziert nach EN 352.
Musikgehörschutz
Konzertbesucher, Musiker und DJ-Profis brauchen keinen maximalen Schallschutz – sondern einen linearen. Das bedeutet: alle Frequenzen werden gleichmäßig gedämpft, der Klang bleibt natürlich. Einfache Ohrstöpsel dämpfen hohe Töne stärker als tiefe – das verfärbt die Musik.
Hochwertiger Musikgehörschutz (z. B. mit ER-15 oder ER-25 Filtern) kostet mehr, schützt aber ohne Klangverlust.
Schlafgehörschutz
Für Schnarcher-Partner oder Menschen an lauten Straßen: weiche Otoplastiken, extra flach, sodass auch das Schlafen auf der Seite angenehm ist.
Wasserschutz
Für Schwimmer oder Menschen, die bei Wassereinwurf zu Mittelohr-Entzündungen neigen: Schwimmstöpsel aus Silikon, exakt nach dem Ohr geformt.
Gehörschutz in Mannheim anfertigen lassen
Wir nehmen den Ohrabdruck direkt in unserem Geschäft in Mannheim-Neuostheim. Der Abdruck dauert etwa 15 Minuten, das fertige Produkt ist in zwei bis drei Wochen bereit.
Kosten: Einfacher Lärmschutz ab ca. 100–150 Euro pro Paar. Musikgehörschutz mit linearer Dämpfung ab ca. 150–250 Euro. Schwimmstöpsel ab ca. 80–100 Euro.
Für Betriebe, die Gehörschutz für Mitarbeiter benötigen: Wir beraten auch Firmen und kommen auf Wunsch direkt zu Ihnen. Einfach anrufen: 0621 / 484 92 650 oder Termin buchen.
Mehr zu unserem Zubehör-Angebot: Gehörschutz bei Hörakustik von Bandemer
Alexander von Bandemer
Hörakustik-Meister (HWK) · ehem. Leiter Abteilung Hörakustik bei Widex · ehem. GEERS Product Manager
Seit der Gründung von Hörakustik von Bandemer in Mannheim-Neuostheim beraten wir herstellerunabhängig — mit dem Ziel, für jeden Kunden die individuell beste Hörlösung zu finden.
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