Zum Inhalt springen

Arten von Hörgeräten: Bauformen HdO, RIC und IdO im Vergleich

 ·  Ratgeber Hörgesundheit

50 Google
43 KennstDuEinen
★★★★★ 93+ Bewertungen
Hörakustik-Meisterbetrieb
Kostenloser Hörtest
Hausbesuche möglich
Alle Krankenkassen

Wer zum ersten Mal über ein Hörgerät nachdenkt, steht vor einer überraschend großen Auswahl. Die verschiedenen Arten von Hörgeräten unterscheiden sich in Bauform, Technik, Tragekomfort und Preisklasse. Die richtige Wahl hängt vom Hörverlust, von der Anatomie des Gehörgangs sowie den persönlichen Alltagsanforderungen ab.

Welche Arten von Hörgeräten gibt es?

Im Wesentlichen lassen sich Hörgeräte in zwei große Bauformfamilien einteilen: Geräte, die hinter dem Ohr sitzen, und Geräte, die im Ohr getragen werden. Innerhalb dieser Familien gibt es weitere Unterarten, die sich an unterschiedliche Hörverlust-Grade und Lebensgewohnheiten richten.

Zu den Hinter-dem-Ohr-Bauformen zählen klassische HdO-Geräte und moderne RIC-Geräte. Die Im-Ohr-Familie reicht von größeren ITC-Modellen bis zu winzigen, fast unsichtbaren CIC- und IIC-Hörgeräten. Bei Hörakustik von Bandemer in Mannheim-Neuostheim werden Geräte aus sieben Herstellern angepasst – darunter Phonak, Widex, Signia, ReSound, Unitron, Audio Service und SoniTon.

HdO-Hörgeräte: der robuste Klassiker

HdO steht für „Hinter dem Ohr“ (englisch BTE, Behind the Ear). Das gesamte Gehäuse sitzt hinter der Ohrmuschel und beherbergt Mikrofone, Verstärker, Lautsprecher und Akku oder Batterie. Der Schall wird über einen dünnen Schallschlauch in ein individuell gefertigtes Ohrstück, die sogenannte Otoplastik, geleitet.

HdO-Geräte sind robust, leistungsstark und decken auch hochgradige Hörverluste zuverlässig ab. Sie eignen sich für Kinder, für Menschen mit eingeschränkter Feinmotorik und für alle, die ein widerstandsfähiges Alltagsgerät suchen. Bei sehr ausgeprägter Schwerhörigkeit bieten HdO-Geräte zudem die größte Verstärkungsreserve und sind die einzige Bauform, die für an Taubheit grenzende Hörverluste durchgängig zur Verfügung steht. Auch Kombinationsgeräte mit Tinnitus-Noiser werden überwiegend als HdO gefertigt.

RIC-Hörgeräte: die unauffällige Allround-Lösung

RIC bedeutet „Receiver in Canal“. Der Lautsprecher, im Fachjargon Receiver genannt, sitzt direkt im Gehörgang, das eigentliche Gehäuse hinter dem Ohr. Verbunden sind beide Teile durch ein sehr dünnes elektrisches Kabel. Anders als beim HdO gibt es bei RIC keinen Schallschlauch.

Diese Trennung bringt zwei Vorteile: Das Gerät hinter dem Ohr fällt kleiner aus, und der Klang wirkt besonders natürlich, weil der Lautsprecher näher am Trommelfell sitzt. RIC-Hörgeräte gelten heute als meistverkaufte Bauform im mittleren und höheren Hörverlust-Bereich. Für Brillenträger sind sie ebenfalls eine gute Wahl, weil das schlanke Kabel kaum stört. Wiederaufladbare RIC-Modelle haben sich in den letzten Jahren als Standard etabliert. Die Akkuladung reicht in der Regel für einen vollen Tag inklusive Streaming auf das Smartphone.

Im-Ohr-Hörgeräte: diskret im Gehörgang

Im-Ohr-Geräte (IdO) werden vollständig im Ohr getragen. Das Gehäuse ist gleichzeitig die Otoplastik und wird nach einem Abdruck des Gehörgangs individuell gefertigt. Je nach Größe und Sitztiefe unterscheidet die Fachwelt zwischen ITC (in the Canal), CIC (Completely in Canal) und IIC (Invisible in Canal).

Der größte Vorteil ist die Diskretion: IIC-Geräte verschwinden nahezu vollständig im Gehörgang. Eine besondere Variante ist das Lyric-Gerät von Phonak, das tief im Gehörgang platziert wird und mehrere Wochen am Stück getragen werden kann. Allerdings setzt die Im-Ohr-Bauform eine ausreichend weite Anatomie voraus und ist bei sehr starkem Hörverlust technisch begrenzt. Auch die Bedienung kleinster Modelle erfordert etwas Fingerfertigkeit.

Welche Arten von Hörgeräten passen zu welchem Hörverlust?

Die Wahl der richtigen Art von Hörgerät richtet sich nach mehreren Faktoren: Schwere des Hörverlusts, Form des Gehörgangs, Lebensgewohnheiten und persönliche Vorlieben. Leichte bis mittlere Hörverluste lassen sich mit nahezu jeder Bauform versorgen. Bei hochgradigem Hörverlust kommt meist HdO oder leistungsstarkes RIC zum Einsatz. Wer Wert auf maximale Unauffälligkeit legt und einen passenden Gehörgang hat, findet in CIC- oder IIC-Modellen eine Option.

Alexander von Bandemer, Hörakustik-Meister und ehem. Leiter Abteilung Hörakustik bei Widex Deutschland, weist darauf hin, dass die Bauform zwar wichtig ist, die saubere Anpassung und Feinabstimmung im Alltag aber den größeren Effekt auf das Hörerlebnis haben als die Modellwahl allein.

Häufige Fragen

Zahlt die Krankenkasse alle Arten von Hörgeräten?

Die gesetzliche Krankenkasse beteiligt sich mit einem Festbetrag von ab ca. 785 Euro pro Ohr. Dieser Zuschuss gilt für alle medizinisch sinnvollen Bauformen, also HdO, RIC und IdO gleichermaßen. Voraussetzung sind eine HNO-Verordnung und ein nachgewiesener Hörverlust.

Sind teurere Hörgeräte automatisch besser?

Höhere Preisklassen bringen meist mehr Programme, bessere Störgeräuschunterdrückung und feinere Klanganpassung. Wer wenig in lauter Umgebung unterwegs ist, kommt oft mit der Festbetragsversorgung gut zurecht. Wichtig ist die ehrliche Bedarfsanalyse vor dem Kauf.

Wie lange dauert die Anpassung?

Eine Hörgeräte-Anpassung erstreckt sich in der Regel über mehrere Termine in einem Zeitraum von vier bis sechs Wochen. Dazu gehören Hörtest, Auswahl der passenden Bauform, Probetragen und Feinabstimmung. Die Probephase ist gesetzlich vorgesehen und kostenfrei.

Welche Art von Hörgerät ist am unauffälligsten?

Am unauffälligsten sind IIC-Geräte, die tief im Gehörgang sitzen und von außen kaum sichtbar sind. RIC-Geräte mit dünnem Kabel sind ebenfalls sehr diskret, weil das Gehäuse hinter dem Ohr klein bleibt und der Receiver im Gehörgang verschwindet.

Empfehlung

Vor der Entscheidung für eine Bauform steht ein ausführlicher Hörtest und eine herstellerunabhängige Beratung. Sinnvoll ist es, mindestens zwei verschiedene Bauformen im Alltag zu testen, bevor eine endgültige Wahl getroffen wird. Bei Hörakustik von Bandemer in Mannheim ist das Probetragen über mehrere Wochen Standard, ohne Verpflichtung und mit allen sieben verfügbaren Marken.

Hörakustik von Bandemer
Dürerstraße 16, 68163 Mannheim
Telefon: 0621 / 484 92 650

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder hörakustische Beratung. Bei Verdacht auf Hörverlust empfehlen wir einen Termin beim HNO-Arzt sowie einen kostenlosen Hörtest bei einem Fachbetrieb.

AvB

Alexander von Bandemer

Hörakustik-Meister (HWK) · ehem. Leiter Abteilung Hörakustik bei Widex · ehem. GEERS Product Manager

Seit der Gründung von Hörakustik von Bandemer in Mannheim-Neuostheim beraten wir herstellerunabhängig — mit dem Ziel, für jeden Kunden die individuell beste Hörlösung zu finden.

Mehr erfahren →
Chat
Anrufen Termin
Anrufen Termin WhatsApp