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Hörgeräte steuerlich absetzbar: Der Leitfaden für Patienten

 ·  Ratgeber Hörgesundheit

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Sind Hörgeräte steuerlich absetzbar? Diese Frage stellen sich viele Patienten, wenn die Kassenleistung den tatsächlichen Preis nicht deckt und ein Eigenanteil bleibt. Die kurze Antwort: Ja, in den meisten Fällen lässt sich der Eigenanteil als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend machen.

Hörgeräte steuerlich absetzbar: die rechtliche Grundlage

Das Finanzamt erkennt Aufwendungen für Hörgeräte grundsätzlich als außergewöhnliche Belastung im Sinne von §33 Einkommensteuergesetz (EStG) an. Voraussetzung ist eine medizinische Notwendigkeit, die durch eine HNO-ärztliche Verordnung belegt wird. Genau diese Verordnung ist ohnehin Pflicht, damit die gesetzliche Krankenkasse den Festbetrag von ca. 785 Euro pro Ohr übernimmt.

Wichtig: Steuerlich absetzbar ist nur der Anteil, den Sie tatsächlich selbst getragen haben. Den Festbetrag der Krankenkasse können Sie nicht angeben, er wurde ja nicht aus Ihrer Tasche bezahlt.

Welche Kosten lassen sich konkret absetzen?

Die Liste ist breiter, als viele annehmen. Geltend machen können Sie:

  • den Eigenanteil oberhalb des Kassenfestbetrags
  • Otoplastiken und individuelle Ohrstücke
  • Batterien und wiederaufladbare Akkus
  • Reparaturen, Reinigungen und Wartungen außerhalb der Garantie
  • Trockenkapseln, Filter und Verbrauchszubehör
  • Fahrtkosten zum Hörakustiker und zum HNO-Arzt

Auch eine private Hörgeräte-Versicherung gegen Verlust oder Beschädigung kann unter bestimmten Bedingungen anerkannt werden. Maßgeblich ist immer der direkte Bezug zur Hörminderung.

Die zumutbare Eigenbelastung verstehen

Bei außergewöhnlichen Belastungen zieht das Finanzamt die sogenannte zumutbare Eigenbelastung ab. Sie richtet sich nach Einkommen, Familienstand und Kinderzahl und liegt je nach Konstellation zwischen einem und sieben Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte. Erst der Anteil oberhalb dieser Grenze wirkt sich steuerlich aus.

Konkretes Beispiel: Bei einem Eigenanteil von ca. 2.000 Euro pro Ohr und einer zumutbaren Eigenbelastung von 1.500 Euro im Jahr werden rund 2.500 Euro steuerlich wirksam. Wer in einem Jahr mehrere medizinische Aufwendungen bündelt, etwa Brille, Zahnersatz und Hörgeräte, überspringt diese Grenze deutlich leichter.

Hörgeräte steuerlich absetzbar: Schritt für Schritt

Tragen Sie die Aufwendungen in der Anlage Außergewöhnliche Belastungen Ihrer Einkommensteuererklärung ein. Die Krankenkasse listet üblicherweise die übernommenen Beträge in einer Bescheinigung auf. Die Differenz zwischen Rechnungssumme und Kassenleistung ist Ihr abzugsfähiger Anteil.

Bewahren Sie alle Belege mindestens vier Jahre auf. Das Finanzamt fordert Originalrechnungen häufig nach, vor allem bei Beträgen über dem Festbetrag. Bei Hörakustik von Bandemer in Mannheim erhalten Sie auf Wunsch eine detaillierte Aufstellung, die Gerätekosten, Otoplastik und Service getrennt ausweist.

Belege und Nachweise richtig sammeln

Wichtige Unterlagen für die Steuererklärung sind die ärztliche Verordnung, die detaillierte Hörakustik-Rechnung sowie die Leistungsbescheinigung der Krankenkasse. Quittungen für Batterien, Trockenkapseln oder Reparaturen sollten Sie laufend in einem Ordner sammeln.

Auch Fahrten zum Hörakustiker können Sie ansetzen, meist mit der Pauschale von 30 Cent pro Kilometer. Wer regelmäßig zur Nachjustierung in unser Fachgeschäft in Mannheim-Neuostheim kommt, sollte sich die Termine notieren.

Häufige Fragen

Sind Hörgeräte auch ohne ärztliche Verordnung absetzbar?

Eine HNO-ärztliche Verordnung ist die sicherste Grundlage. Ohne diesen Nachweis erkennt das Finanzamt die Aufwendungen meist nicht an, weil die medizinische Notwendigkeit nicht belegt ist. Die Verordnung ist ohnehin Voraussetzung, damit die Krankenkasse den Festbetrag übernimmt.

Zahlt die Kasse mehr, wenn ich teurere Geräte wähle?

Nein. Der Festbetrag liegt unabhängig vom gewählten Gerät bei ca. 785 Euro pro Ohr. Bei höhergradiger Schwerhörigkeit (WHO-Stufe 4) sind es ca. 820 Euro. Alles darüber ist Eigenanteil — und genau dieser Anteil ist steuerlich relevant.

Kann ich Batterien jedes Jahr absetzen?

Ja, laufende Verbrauchsmaterialien wie Batterien, Filter oder Trockenkapseln sind in jedem Jahr ansatzfähig, in dem sie anfallen. Sammeln Sie die Quittungen oder lassen Sie sich vom Hörakustiker eine Jahresübersicht ausstellen.

Was ist mit privaten Krankenversicherungen?

Privat Versicherte rechnen häufig zunächst mit dem Hörakustiker ab und reichen die Rechnung dann bei ihrer Versicherung ein. Steuerlich absetzbar ist auch hier nur der Anteil, der nach Erstattung selbst getragen wurde.

Lohnt sich der Aufwand bei kleineren Beträgen?

Das hängt von der zumutbaren Eigenbelastung ab. Wer in einem Jahr mehrere medizinische Ausgaben bündelt, profitiert spürbar. Bei Einzelposten unterhalb der Grenze bringt die Eintragung dagegen oft keinen Vorteil.

Empfehlung

Vollständige Belege und eine Rechnung, die Gerätekosten, Otoplastik und Service getrennt ausweist, machen die steuerliche Geltendmachung deutlich einfacher. Alexander von Bandemer, Hörakustik-Meister, empfiehlt, das bereits beim Kauf anzusprechen. Steuerliche Detailfragen beantwortet am besten ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein.

Hörakustik von Bandemer
Dürerstraße 16, 68163 Mannheim
Telefon: 0621 / 484 92 650

Dieser Artikel ersetzt keine individuelle steuerliche oder medizinische Beratung. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater, HNO-Arzt oder Hörakustiker vor Ort.

AvB

Alexander von Bandemer

Hörakustik-Meister (HWK) · ehem. Leiter Abteilung Hörakustik bei Widex · ehem. GEERS Product Manager

Seit der Gründung von Hörakustik von Bandemer in Mannheim-Neuostheim beraten wir herstellerunabhängig — mit dem Ziel, für jeden Kunden die individuell beste Hörlösung zu finden.

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