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Hörgeräte und Demenzprävention: Was die aktuelle Forschung zeigt

 ·  Ratgeber Hörgesundheit  ·  Aktualisiert:

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Kann ein Hörgerät das Demenzrisiko senken? Diese Frage beschäftigt die Forschung seit Jahren, und die Ergebnisse sind bemerkenswert. Wer schlecht hört und nichts dagegen unternimmt, hat ein deutlich höheres Risiko für kognitiven Abbau. Warum das so ist und was Sie tun können, erkläre ich hier.

Der Zusammenhang zwischen Hören und Gehirn

Unser Gehör ist eng mit dem Gehirn verbunden. Schallwellen treffen auf das Innenohr und werden dort in elektrische Signale umgewandelt. Diese Signale gelangen über den Hörnerv ins Gehirn. Dort werden sie verarbeitet, interpretiert und mit Erinnerungen verknüpft. Das Gehirn arbeitet also bei jedem Gespräch auf Hochtouren.

Bei einem Hörverlust kommen weniger Signale im Gehirn an. Die betroffenen Hirnareale werden weniger stimuliert. Im Laufe der Zeit können diese Bereiche an Leistungsfähigkeit verlieren. Wissenschaftler nennen diesen Vorgang auditive Deprivation. Das Gehirn verlernt buchstäblich, bestimmte Klänge zu verarbeiten.

Die Lancet-Kommission: Hörverlust als größter Risikofaktor

Im Jahr 2020 veröffentlichte The Lancet einen Bericht. Eine internationale Kommission von Experten untersuchte alle bekannten Risikofaktoren für Demenz. Das Ergebnis war für viele überraschend. Hörverlust im mittleren Lebensalter wurde als der größte einzelne beeinflussbare Risikofaktor eingestuft.

Laut diesem Bericht könnte die Behandlung von Hörverlust bis zu 8 Prozent aller Demenzfälle verhindern. Das ist mehr als bei jedem anderen einzelnen Risikofaktor. Mehr als Rauchen, Bluthochdruck oder Bewegungsmangel. Seitdem wird der Zusammenhang zwischen Hören und Gehirngesundheit anders bewertet.

Ein regelmäßiger Hörtest in Mannheim ist daher auch ein Beitrag zur Vorsorge. Er hilft, Hörverlust frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

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Die ACHIEVE-Studie: Hörgeräte verlangsamen kognitiven Abbau

Eine viel zitierte Studie zu diesem Thema ist die ACHIEVE-Studie. Sie wurde 2023 in den USA veröffentlicht und lief über drei Jahre. Knapp 1.000 ältere Erwachsene mit Hörverlust nahmen teil. Die Hälfte erhielt Hörgeräte und audiologische Betreuung. Die andere Hälfte bekam eine Gesundheitsberatung ohne Hörgeräte.

Das Ergebnis war eindeutig bei einer bestimmten Gruppe. Bei Teilnehmern mit erhöhtem Demenzrisiko verlangsamten Hörgeräte den kognitiven Abbau um 48 Prozent. Fast die Hälfte weniger Abbau in nur drei Jahren. Diese Gruppe umfasste Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck.

Die Forscher schlossen daraus, dass Hörgeräte besonders bei Risikogruppen einen schützenden Effekt haben können. Die Studie gilt als einer der stärksten Belege für den Nutzen von Hörgeräten über das reine Hören hinaus.

Warum unbehandelter Hörverlust dem Gehirn schadet

Es gibt mehrere Erklärungsansätze für den Zusammenhang. Die Forschung diskutiert hauptsächlich drei Mechanismen. Sie können einzeln oder gemeinsam wirken.

Kognitive Überlastung

Wenn Sie schlecht hören, muss Ihr Gehirn mehr arbeiten. Es versucht ständig, Lücken im Gehörten zu füllen. Wörter werden erraten, Zusammenhänge rekonstruiert. Diese zusätzliche Anstrengung geht auf Kosten anderer geistiger Leistungen. Das Arbeitsgedächtnis und die Aufmerksamkeit leiden. Sie fühlen sich nach Gesprächen erschöpft. Und Ihrem Gehirn fehlt Kapazität für andere Aufgaben.

Soziale Isolation

Menschen mit unbehandeltem Hörverlust ziehen sich häufig zurück. Gespräche werden anstrengend, Missverständnisse peinlich. Viele meiden gesellige Anlässe und Telefonate. Einsamkeit und sozialer Rückzug sind aber eigenständige Risikofaktoren für Demenz. Wer weniger soziale Kontakte pflegt, stimuliert sein Gehirn weniger. Der geistige Abbau kann sich beschleunigen.

Veränderte Hirnstruktur

Bildgebende Studien haben gezeigt, dass sich die Hirnstruktur bei Hörverlust verändert. Areale, die normalerweise für das Hören zuständig sind, schrumpfen. Gleichzeitig versuchen andere Hirnbereiche, die Aufgabe zu übernehmen. Diese Umstrukturierung ist nicht optimal und kann zu weiterem kognitivem Abbau beitragen.

Wie Hörgeräte schützen können

Hörgeräte wirken den genannten Mechanismen entgegen. Sie stellen die fehlenden Höreindrücke wieder her. Dadurch erhält das Gehirn wieder die gewohnte Stimulation. Die kognitiven Ressourcen werden entlastet. Und soziale Teilhabe wird wieder leichter möglich.

Das Gehirn bleibt aktiv

Mit Hörgeräten empfängt das Gehirn wieder ein vollständiges Klangbild. Die Hörzentren werden aktiviert und gefordert. Das Prinzip ist ähnlich wie bei körperlichem Training. Was genutzt wird, bleibt leistungsfähig. Was nicht genutzt wird, baut ab.

Gespräche werden wieder leichter

Mit gutem Hören fällt die Teilnahme an Gesprächen wieder leichter. Sie müssen nicht mehr raten, was gesagt wurde. Die kognitive Belastung sinkt deutlich. Und Sie haben wieder mehr Freude an sozialen Kontakten. Das wirkt sich positiv auf Ihre geistige Gesundheit aus.

Lebensqualität steigt

Studien zeigen, dass Hörgeräteträger eine höhere Lebensqualität berichten. Sie fühlen sich sicherer im Alltag. Sie nehmen aktiver am Familienleben teil. Und sie pflegen mehr soziale Kontakte. All das sind Faktoren, die auch das Demenzrisiko senken können.

Was Sie jetzt tun können

Die gute Nachricht: Hörverlust ist behandelbar. Und je früher Sie handeln, desto größer der Nutzen. Bereits ein leichter Hörverlust sollte ernst genommen werden. Denn auch kleine Defizite belasten das Gehirn über die Jahre.

Schritt 1: Hörtest machen

Ein professioneller Hörtest zeigt Ihnen genau, wie Ihr Gehör steht. Bei Hörakustik von Bandemer in der Dürerstraße 16 in Mannheim ist der Hörtest kostenlos. Er dauert etwa 20 Minuten und ist völlig schmerzfrei.

Schritt 2: Ergebnisse besprechen

Alexander von Bandemer erklärt Ihnen Ihr Audiogramm verständlich und ehrlich. Als Hörakustik-Meister mit über 12 Jahren Erfahrung berät er Sie kompetent. Nicht jeder Hörverlust erfordert sofort ein Hörgerät. Aber jeder Hörverlust verdient Aufmerksamkeit.

Schritt 3: Die richtige Versorgung finden

Wenn Hörgeräte sinnvoll sind, finden wir gemeinsam die beste Lösung. Als unabhängiger Betrieb wählen wir aus Marken wie Widex, Phonak, Signia, Unitron, Soniton und Audio Service. So bekommen Sie das Gerät, das zu Ihrem Hörverlust und Ihrem Leben passt.

Fazit: Gutes Hören schützt das Gehirn

Die Forschung ist sich einig: Hörverlust ist ein bedeutender Risikofaktor für Demenz. Und Hörgeräte können dieses Risiko deutlich senken. Das macht den Hörtest zu einer der einfachsten und wirkungsvollsten Vorsorgemaßnahmen. Für Ihr Gehör und für Ihre geistige Fitness.

Warten Sie nicht, bis sich Ihr Hörverlust verschlechtert. Handeln Sie jetzt. Rufen Sie uns an unter 0621 / 484 92 650 oder buchen Sie direkt online.

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Passend dazu:

Quellen

  1. Livingston, G. et al. (2020): Dementia prevention, intervention, and care. The Lancet, 396(10248), 413–446. DOI: 10.1016/S0140-6736(20)30367-6
  2. Lin, F.R. et al. (2023): Hearing Intervention versus Health Education Control to Reduce Cognitive Decline (ACHIEVE). The Lancet, 402(10404), 786–797. DOI: 10.1016/S0140-6736(23)01406-X
AvB

Alexander von Bandemer

Hörakustik-Meister (HWK) · ehem. Leiter Abteilung Hörakustik bei Widex · ehem. GEERS Product Manager

Seit der Gründung von Hörakustik von Bandemer in Mannheim-Neuostheim beraten wir herstellerunabhängig — mit dem Ziel, für jeden Kunden die individuell beste Hörlösung zu finden.

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Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren HNO-Arzt. Für die hörakustische Versorgung beraten wir Sie gerne persönlich.

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