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Sommer mit Hörgerät: Schwimmen, Schweiß und Hitze meistern

 ·  Ratgeber Hörgesundheit

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Sonne, Freibad, Schweiß auf der Stirn: Die warme Jahreszeit stellt Hörgeräte vor Belastungen, die im übrigen Alltag kaum auftreten. Wer den Sommer mit Hörgerät verbringt, fragt sich zu Recht, was die feine Technik bei Schwimmen, Schweiß und Hitze tatsächlich aushält und wo Vorsicht angebracht ist.

Sommer mit Hörgerät: Schweiß als ständige Belastung

Schweiß ist salzhaltige Feuchtigkeit, und er sammelt sich genau dort, wo bei einem HdO- oder RIC-Gerät das Gehäuse hinter dem Ohr sitzt. Salz und Nässe setzen den feinen Mikrofonöffnungen und den Batteriekontakten zu. Auf Dauer kann das zu Korrosion und Aussetzern führen.

Moderne Hörgeräte sind darauf vorbereitet. Viele Modelle tragen eine Nano-Schutzbeschichtung und besitzen feine Schutzgitter vor Mikrofon und Lautsprecher. Trotzdem gilt: Wer stark schwitzt, sollte die Geräte mehrmals täglich mit einem trockenen, weichen Tuch abwischen. Bei einem RIC-Gerät lohnt zusätzlich der Blick auf den Receiver, der über ein dünnes Kabel direkt im Gehörgang sitzt und dort der Körperfeuchtigkeit besonders ausgesetzt ist.

Schwimmen mit Hörgerät: was die Technik aushält

Hier ist eine klare Ansage wichtig: Übliche Hörgeräte sind nicht zum Schwimmen gemacht. Sie vertragen Spritzwasser, Regen und kräftiges Schwitzen, weil sie eine IP-Schutzklasse besitzen. Ein dauerhaftes Untertauchen in Chlor- oder Salzwasser überfordert die Elektronik aber. Die Empfehlung lautet, die Geräte vor dem Schwimmen abzunehmen und sicher zu verstauen.

Die häufig genannte Schutzklasse IP68 wird oft missverstanden. Sie bedeutet staubdicht und ein zeitweiliges Eintauchen unter genau definierten Laborbedingungen, nicht aber Schwimmtauglichkeit im Freibad. Wer Wasser liebt, sollte das beim Beratungsgespräch ansprechen. So lässt sich gemeinsam abwägen, welche Bauform und welcher Schutzgrad zum eigenen Sommer passen.

Hitze, Sonne und das Auto als Risiko

Die unterschätzte Gefahr im Sommer ist nicht das Wasser, sondern die Hitze. In einem geparkten Auto klettern die Temperaturen auf dem Armaturenbrett oder im Handschuhfach schnell über 60 Grad. Solche Werte belasten die Elektronik und vor allem die Stromversorgung.

Wiederaufladbare Lithium-Ionen-Akkus reagieren empfindlich auf große Hitze, ihre Lebensdauer kann darunter leiden. Hörgeräte gehören deshalb niemals in die pralle Sonne oder ins aufgeheizte Auto. Beim Sonnenbaden bleiben sie besser im Schatten und werden vor direkter Strahlung geschützt.

Pflege im Sommer: richtig trocknen und reinigen

Gegen die erhöhte Feuchtigkeit hilft konsequente Pflege. Eine Trockenbox oder ein elektronisches Trockengerät entzieht den Geräten über Nacht die Restfeuchte und beugt Schäden vor. Das ist gerade in den Sommermonaten sinnvoll.

Sonnencreme, Haarspray und Insektensprays sollten vor dem Einsetzen vollständig eingezogen sein, da Rückstände die Schutzgitter verstopfen können. Bei Im-Ohr-Geräten und bei den Schirmchen von RIC-Modellen empfiehlt sich ein regelmäßiger Blick auf den Cerumenfilter. Wer unsicher ist, bringt die Geräte zur kostenlosen Reinigung vorbei. Kunden aus dem Einzugsgebiet rund um Mannheim sind dafür jederzeit willkommen.

Häufige Fragen

Kann ich mit meinen Hörgeräten schwimmen gehen?

Nein, übliche Hörgeräte sollten zum Schwimmen abgenommen werden. Sie sind gegen Spritzwasser und Schweiß geschützt, aber nicht für das dauerhafte Untertauchen in Chlor- oder Salzwasser ausgelegt. Bewahren Sie die Geräte am Beckenrand trocken und sicher auf.

Was bedeutet die IP-Schutzklasse bei Hörgeräten?

Die IP-Kennzeichnung beschreibt den Schutz gegen Staub und Wasser. Die erste Ziffer steht für Staub, die zweite für Feuchtigkeit. Ein hoher Wert bedeutet guten Schutz im Alltag, ersetzt aber kein wasserdichtes Schwimmgerät.

Schaden Schweiß und Sonnencreme den Geräten?

Beides kann auf Dauer die feinen Öffnungen belasten. Schweiß lässt sich durch tägliches Abwischen und nächtliches Trocknen gut beherrschen. Cremes und Sprays sollten vor dem Einsetzen einziehen, damit keine Rückstände an die Technik gelangen.

Zahlt die Kasse wasserresistente Hörgeräte?

Gesetzlich Versicherte erhalten einen Festbetrag von ab ca. 785 Euro pro Ohr. Viele Geräte mit solider Feuchtigkeitsbeständigkeit sind bereits zuzahlungsfrei erhältlich. Welches Modell für Ihren Alltag passt, klärt sich am besten im Beratungsgespräch.

Empfehlung

Der Sommer ist kein Grund, auf gutes Hören zu verzichten, verlangt aber etwas Achtsamkeit. Wer die Hörgeräte abends konsequent trocknet und vor Hitze schützt, kommt problemlos durch die warme Jahreszeit. Alexander von Bandemer, Hörgeräte-Meister und ehemaliger Leiter der Abteilung Hörakustik bei Widex, rät, die persönliche Sommer-Situation offen anzusprechen, damit Bauform und Schutzgrad zum Lebensstil passen. Eine kostenlose Reinigung und Kontrolle ist bei Hörakustik von Bandemer in Mannheim-Neuostheim jederzeit möglich.

Hörakustik von Bandemer
Dürerstraße 16, 68163 Mannheim
Telefon: 0621 / 484 92 650

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle hörakustische oder ärztliche Beratung. Bei Beschwerden oder Fragen zu Ihren Geräten wenden Sie sich bitte an Ihren Hörakustiker oder HNO-Arzt.

AvB

Alexander von Bandemer

Hörakustik-Meister (HWK) · ehem. Leiter Abteilung Hörakustik bei Widex · ehem. GEERS Product Manager

Seit der Gründung von Hörakustik von Bandemer in Mannheim-Neuostheim beraten wir herstellerunabhängig — mit dem Ziel, für jeden Kunden die individuell beste Hörlösung zu finden.

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