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Hörgeräte in der Schublade: Gründe und Lösungen aus Mannheim

 ·  Ratgeber Hörgesundheit

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„Die liegen nur in der Schublade.“ Diesen Satz hören Hörakustiker oft, wenn jemand über die Geräte der Eltern oder einen früheren, gescheiterten Versuch spricht. Doch warum landen so viele Hörgeräte in der Schublade, und warum scheitern sie im Alltag? Die Antwort hat selten mit dem Gerät selbst zu tun. Und genau deshalb lässt sich dieses Schicksal vermeiden.

Warum Hörgeräte in der Schublade landen

Ein Hörgerät scheitert fast nie an der Technik. Moderne Geräte sind leistungsfähig und zuverlässig. Was sie ausbremst, sind falsche Erwartungen und eine Anpassung, die nicht zu Ende geführt wurde. Wer erwartet, dass das Gerät am ersten Tag klingt wie das eigene Gehör mit 20 Jahren, wird enttäuscht. Wer das Gerät zu laut, zu schrill oder einfach nur „irgendwie eingestellt“ mit nach Hause nimmt, trägt es ein paar Tage und legt es dann weg.

Häufig fehlt auch die Begleitung danach. Ein Gerät, das nach dem Kauf nie wieder nachjustiert wird, passt nach wenigen Wochen nicht mehr zum tatsächlichen Hörbedarf. So entsteht der Eindruck, Hörgeräte würden nicht funktionieren. In Wahrheit wurde der Prozess nur nicht abgeschlossen.

Die Anpassung entscheidet, nicht der Markenname

Dasselbe Hörgerät, von zwei verschiedenen Personen angepasst, führt zu zwei völlig verschiedenen Ergebnissen. Entscheidend sind eine saubere Messung des individuellen Hörprofils, die Kontrolle der Verstärkung direkt im Gehörgang und das Gespräch über die persönlichen Hörsituationen: Familienessen, Telefon, Fernsehen, Besprechungen.

Auch die Bauform muss zum Ohr und zum Hörverlust passen. Ein RIC-Gerät etwa trägt das Gehäuse hinter dem Ohr, während der Lautsprecher über ein dünnes Kabel direkt im Gehörgang sitzt. Ein anderes Ohr ist mit einem Hinter-dem-Ohr-Gerät und individuellem Ohrstück besser versorgt. Bei Hörakustik von Bandemer wird herstellerunabhängig aus sieben Herstellern ausgewählt, darunter Widex, Phonak und Signia. So steht das Ohr im Mittelpunkt, nicht eine einzelne Marke.

Eingewöhnung braucht Zeit und Nachjustierung

Hören passiert im Gehirn, nicht im Ohr. Nach Jahren mit nachlassendem Gehör muss das Gehirn wieder lernen, Geräusche einzuordnen, die lange gefehlt haben. Das eigene Kauen, raschelndes Papier, Schritte auf dem Boden: All das wirkt anfangs ungewohnt laut. Das ist normal und legt sich.

Deshalb wird die Verstärkung in den ersten Wochen schrittweise angehoben und in Folgeterminen feinjustiert. Wer in dieser Phase begleitet wird, bleibt dabei. Wer allein gelassen wird, gibt auf. Gut angepasste Hörgeräte können das Sprachverstehen im Alltag deutlich verbessern, wenn die Eingewöhnung sauber durchlaufen wird.

So vermeiden wir Hörgeräte in der Schublade

In Mannheim-Neuostheim beginnt jede Versorgung mit einem kostenlosen Hörtest und einem ausführlichen Beratungsgespräch. Danach folgt eine Probetragezeit mit echten Alltagssituationen, nicht nur ein kurzer Test im Geschäft. Nach der Anpassung kommen die Nachsorge, das Reinigen, das Nachjustieren und die regelmäßige Kontrolle dazu. Hier entscheidet sich, ob ein Gerät getragen wird oder in der Schublade verschwindet. Gesetzlich Versicherte erhalten dabei einen Kassenzuschuss von ca. 785 Euro pro Ohr, der Gerät, Anpassung und Nachsorge abdeckt.

Häufige Fragen

Zahlt die Kasse das Hörgerät?

Ja. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen einen Festbetrag ab 785 Euro pro Ohr. Voraussetzung sind eine ärztliche Verordnung vom HNO-Arzt und ein nachgewiesener Hörverlust. Viele gut angepasste Geräte sind zum Festbetrag ohne private Zuzahlung erhältlich.

Wie lange dauert die Eingewöhnung?

In der Regel einige Wochen. Das Gehirn braucht Zeit, sich an die zurückgewonnenen Geräusche zu gewöhnen. In dieser Phase wird das Gerät in mehreren Terminen nachjustiert, bis Klang und Lautstärke im Alltag stimmen.

Was, wenn mein altes Gerät in der Schublade liegt?

Es lohnt sich, das Gerät prüfen zu lassen. Manchmal reicht eine neue Einstellung oder ein gewechseltes Schirmchen, damit es wieder passt. In anderen Fällen ist der Hörverlust gewachsen und eine neue Versorgung sinnvoll.

Kann ich Hörgeräte vorher testen?

Ja. Geräte werden zur Probe mit nach Hause gegeben, damit sie sich im eigenen Alltag bewähren. Erst wenn das Hören im Beruf, in der Familie und beim Fernsehen überzeugt, fällt die Entscheidung.

Empfehlung

Ein Hörgerät landet nicht wegen seiner Technik in der Schublade, sondern wegen einer Anpassung ohne Nachsorge. Wer eine Versorgung mit echter Probetragezeit und Nachsorge wählt, hat gute Aussichten auf dauerhaften Hörerfolg. Alexander von Bandemer, Hörakustik-Meister und ehemaliger Leiter Abteilung Hörakustik bei Widex, empfiehlt, vor dem Kauf gezielt nach der Nachsorge zu fragen.

Hörakustik von Bandemer
Dürerstraße 16, 68163 Mannheim
Telefon: 0621 / 484 92 650

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Bei anhaltenden Hörproblemen wenden Sie sich an einen HNO-Arzt oder Hörakustiker.

AvB

Alexander von Bandemer

Hörakustik-Meister (HWK) · ehem. Leiter Abteilung Hörakustik bei Widex · ehem. GEERS Product Manager

Seit der Gründung von Hörakustik von Bandemer in Mannheim-Neuostheim beraten wir herstellerunabhängig — mit dem Ziel, für jeden Kunden die individuell beste Hörlösung zu finden.

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