Welche Hörgeräte sind besser: im Ohr oder hinter dem Ohr?
Welche Hörgeräte sind besser im Ohr oder hinter dem Ohr? Diese Frage stellen Patienten täglich in der Beratung, und eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die richtige Bauform hängt vom Hörverlust, der Ohranatomie, der Handhabung im Alltag und den persönlichen Vorlieben ab. Bei Hörakustik von Bandemer in Mannheim-Neuostheim werden beide Bauformen herstellerunabhängig aus sieben Marken angepasst – inklusive ausführlicher Probe.
Die zwei Hauptbauformen im Überblick
Hörgeräte werden grob in zwei Kategorien eingeteilt: Geräte hinter dem Ohr (HdO bzw. RIC) und Geräte im Ohr (IdO, ITC, CIC, IIC). Beide Bauformen haben ihre Berechtigung. Welche besser ist, entscheidet sich erst nach Hörmessung und individueller Beratung.
Hinter dem Ohr: HdO und RIC
Bei klassischen HdO-Geräten (Hinter dem Ohr) sitzt die gesamte Technik im Gehäuse hinter der Ohrmuschel. Der verstärkte Schall wird über einen dünnen Schallschlauch in ein individuell gefertigtes Ohrstück, die sogenannte Otoplastik, im Gehörgang geleitet. HdO eignet sich besonders bei starkem Hörverlust und bei eingeschränkter Feinmotorik.
Die modernere Variante ist das RIC-Gerät (Receiver in Canal). Hier sitzt das Gehäuse ebenfalls hinter dem Ohr, der Lautsprecher (fachsprachlich: Receiver) wird jedoch ausgelagert und sitzt direkt im Gehörgang. Verbunden sind beide Bauteile durch ein dünnes elektrisches Kabel. RIC-Geräte sind kompakt und optisch dezent; der Klang ist sehr natürlich.
Im Ohr: IdO, ITC, CIC und IIC
Bei Im-Ohr-Geräten wird die komplette Elektronik in einer maßgefertigten Otoplastik untergebracht, die direkt im Ohr sitzt. Je nach Größe und Tiefe der Platzierung spricht man von IdO, ITC, CIC oder IIC – letztere sind nahezu unsichtbar tief im Gehörgang positioniert. Diese Geräte sitzen vollständig im Ohr, ohne Aufbau hinter der Ohrmuschel, und nutzen deren natürliche Schalltrichterwirkung.
Welche Hörgeräte sind besser im Ohr oder hinter dem Ohr im direkten Vergleich
Beide Bauformen werden mit aktueller Chip-Technik, Bluetooth, Akku und KI-gestützter Geräuschunterdrückung angeboten. Die Unterschiede liegen weniger in der Technik als in Tragekomfort, Sichtbarkeit, Handhabung und Eignung für den jeweiligen Hörverlust.
Vorteile hinter dem Ohr (HdO/RIC)
- Geeignet für leichten bis hochgradigen Hörverlust
- Größerer Akku, längere Laufzeit, oft mit Lade-Etui
- Einfachere Reinigung und Wartung
- Robustere Bauweise, weniger anfällig für Cerumen
- Bei RIC sehr unauffällig und leicht
Vorteile im Ohr (IdO/CIC/IIC)
- Diskret bis nahezu unsichtbar
- Brillenträger profitieren: Der Brillenbügel liegt ungestört auf
- Räumliches Hören wird durch die natürliche Position unterstützt
- Telefonieren am Ohr wie gewohnt möglich
- Kein sichtbares Bauteil hinter der Ohrmuschel
Wann eignet sich welche Bauform?
HdO und RIC sind die richtigen Lösungen, wenn der Hörverlust ausgeprägter ist, die Feinmotorik nachlässt oder mehrere Programme und volle Konnektivität gewünscht sind. Im-Ohr-Geräte sind ideal für Träger mit leichtem bis mittlerem Hörverlust, ausreichend großem Gehörgang und dem klaren Wunsch nach maximaler Diskretion. Bei sehr engen oder gewinkelten Gehörgängen kann eine Im-Ohr-Versorgung technisch eingeschränkt sein.
Alexander von Bandemer, Hörakustik-Meister und ehemaliger Leiter Abteilung Hörakustik bei Widex Deutschland, empfiehlt, die Entscheidung nie allein nach Optik zu treffen: Die akustische Eignung ergibt sich aus dem Audiogramm, der Ohranatomie und dem Höralltag.
Technik, Komfort und Preis
Moderne Hörgeräte beider Bauformen unterstützen Bluetooth-Streaming, automatische Programmwechsel und individuelle Klangprofile. Akkubetriebene Geräte sind aktuell vor allem als RIC und HdO verfügbar, einige Hersteller bieten Akku-Lösungen inzwischen auch für Im-Ohr-Modelle an. Bei den Kosten gibt es keine pauschale Regel: Beide Bauformen sind ab dem Kassenzuschuss von ca. 785 EUR pro Ohr (zuzahlungsfrei) bis hin zu Premiumversorgungen erhältlich.
Häufige Fragen
Zahlt die Kasse beide Bauformen?
Ja. Der gesetzliche Festbetrag von ca. 785 EUR pro Ohr gilt sowohl für Hinter-dem-Ohr- als auch für Im-Ohr-Geräte. Voraussetzung sind eine ärztliche Verordnung vom HNO und die erfüllten audiometrischen Kriterien.
Sind Im-Ohr-Geräte schlechter als HdO?
Nein. Klanglich sind beide Bauformen auf vergleichbarem Niveau. Im-Ohr-Geräte stoßen lediglich bei sehr starkem Hörverlust oder anatomisch schwierigen Gehörgängen an Grenzen.
Wie lange dauert die Anpassung?
Üblicherweise zwischen vier und sechs Wochen, inklusive Probetragen, Feinanpassung und Nachkontrolle. Bei Im-Ohr-Geräten kommt die Fertigungszeit der individuellen Otoplastik hinzu.
Kann man beide Bauformen Probe tragen?
Ja. Im Fachgeschäft in Mannheim-Neuostheim können Patienten beide Varianten unverbindlich testen, bevor sie sich entscheiden.
Welche Bauform ist pflegeleichter?
HdO- und RIC-Geräte sind in der Regel pflegeleichter, da Cerumen seltener Probleme bereitet. Im-Ohr-Geräte benötigen regelmäßige Reinigung der Filter und Hörer.
Empfehlung
Welche Bauform besser passt, zeigt sich erst nach Hörtest, Ohrinspektion und Probephase im Alltag. Wer in Mannheim und Umgebung unsicher ist, vereinbart einen kostenlosen Hörtest und probiert beide Bauformen herstellerunabhängig aus.
Hörakustik von Bandemer
Dürerstraße 16, 68163 Mannheim
Telefon: 0621 / 484 92 650
Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische oder audiologische Diagnose. Bei Hörproblemen ist eine ärztliche Abklärung beim HNO empfehlenswert.
Alexander von Bandemer
Hörakustik-Meister (HWK) · ehem. Leiter Abteilung Hörakustik bei Widex · ehem. GEERS Product Manager
Seit der Gründung von Hörakustik von Bandemer in Mannheim-Neuostheim beraten wir herstellerunabhängig — mit dem Ziel, für jeden Kunden die individuell beste Hörlösung zu finden.
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