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Hörgeräte und Demenz: Was die Lancet-Studie wirklich zeigt

 ·  Ratgeber Hörgesundheit

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Kann ein Hörgerät das Demenzrisiko senken? Diese Frage stellen viele Menschen, die zur Beratung nach Mannheim-Neuostheim kommen, seit das Thema Hörgeräte und Demenz durch die Medien ging. Die Antwort ist genauer und vorsichtiger, als es die Schlagzeilen vermuten lassen. Ein Blick auf die tatsächlichen Studiendaten lohnt sich.

Was die Lancet-Kommission untersucht hat

Die Lancet-Kommission zu Demenzprävention bewertet regelmäßig, welche Risikofaktoren für eine Demenz beeinflussbar sind. Unbehandelter Hörverlust gehört seit dem Bericht von 2020 zu den größten dieser Faktoren im mittleren Lebensalter. Im aktualisierten Bericht von 2024 führt die Kommission 14 modifizierbare Risikofaktoren auf. Hörverlust wird dabei ein erheblicher Anteil der vermeidbaren Demenzfälle zugeschrieben.

Wichtig ist das Wort „beeinflussbar“. Anders als das Alter oder genetische Veranlagung lässt sich schlechtes Hören behandeln. Genau hier setzt das Interesse der Forschung an: Wenn man den Hörverlust ausgleicht, lässt sich dann auch das Risiko verändern?

Hörgeräte und Demenz: Was die Studie wirklich zeigt

Die wichtigste Untersuchung dazu ist die ACHIEVE-Studie, 2023 im Fachmagazin Lancet veröffentlicht. Es handelt sich um eine kontrollierte Studie, in der ältere Menschen über drei Jahre begleitet wurden. Ein Teil erhielt eine vollwertige Hörgeräteversorgung, der andere ein reines Beratungsprogramm.

Das Ergebnis fällt zweigeteilt aus. In der gesamten Gruppe zeigte sich kein klarer Unterschied beim geistigen Abbau. In einer Teilgruppe mit höherem Ausgangsrisiko aber bremste die Hörgeräteversorgung den kognitiven Abbau über drei Jahre um rund 48 Prozent. Daraus lässt sich ableiten: Hörgeräte sind kein Mittel, das Demenz verhindert oder heilt. Sie können bei Menschen mit erhöhtem Risiko aber dazu beitragen, das Gehirn zu entlasten und den Abbau zu verlangsamen.

Warum schlechtes Hören das Gehirn belastet

Für den Zusammenhang gibt es mehrere plausible Erklärungen. Wer schlecht hört, muss ständig mehr Energie aufwenden, um Gesprochenes zu verstehen. Diese Höranstrengung bindet Ressourcen, die dann für Gedächtnis und Konzentration fehlen. Über Jahre kann das die geistige Leistung belasten.

Hinzu kommt der soziale Rückzug. Menschen mit unversorgtem Hörverlust meiden mit der Zeit Gespräche, Treffen und Telefonate, weil sie als anstrengend empfunden werden. Weniger soziale Anregung gilt selbst als Risikofaktor für den geistigen Abbau. Eine gute Hörversorgung hält Betroffene am Leben um sie herum beteiligt.

Was das für die Versorgung in Mannheim bedeutet

Aus den Daten folgt vor allem eines: Wer einen Hörverlust bemerkt, sollte nicht jahrelang warten. Je früher die Versorgung beginnt, desto eher bleibt das Hörzentrum im Gehirn aktiv und gefordert. Bei Hörakustik von Bandemer steht am Anfang ein kostenloser Hörtest, der zeigt, ob und wie stark ein Verlust vorliegt.

Entscheidend ist eine saubere Anpassung. Ein Hörgerät entfaltet seinen Nutzen nur, wenn es regelmäßig getragen und korrekt eingestellt ist. Alexander von Bandemer, Hörakustik-Meister und ehemaliger Leiter der Abteilung Hörakustik bei Widex Deutschland, legt darauf besonderen Wert: Ein Gerät in der Schublade schützt niemanden.

Häufige Fragen zu Hörgeräten und Demenz

Verhindern Hörgeräte Demenz?

Nein. Kein Hörgerät verhindert oder heilt eine Demenz. Die Studienlage zeigt aber, dass eine gute Hörversorgung bei Menschen mit erhöhtem Risiko den kognitiven Abbau verlangsamen kann. Hören ist ein beeinflussbarer Faktor unter mehreren.

Ab wann sollte man etwas unternehmen?

Sobald Gespräche in Gesellschaft anstrengend werden oder Angehörige eine Verschlechterung bemerken. Ein früher Hörtest klärt schnell, ob Handlungsbedarf besteht. Frühes Handeln nutzt dem Gehirn mehr als spätes.

Zahlt die Kasse die Versorgung?

Ja. Gesetzlich Versicherte erhalten einen Festbetrag von ca. 785 Euro pro Ohr, der Gerät, Anpassung und Nachsorge abdeckt. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung vom HNO-Arzt.

Reicht ein einfaches Gerät aus?

Für den Schutz des Hörzentrums zählt vor allem, dass das Gerät gut sitzt, sauber eingestellt ist und konsequent getragen wird. Eine herstellerunabhängige Beratung hilft, das passende Modell aus den verschiedenen Klassen und Bauformen zu finden.

Empfehlung

Der Zusammenhang von Hörgeräten und Demenz ist gut belegt, aber er funktioniert nicht als Versprechen. Wer einen Hörverlust hat, gewinnt durch eine frühe und konsequente Versorgung doppelt: besseres Verstehen im Alltag und eine geringere Belastung fürs Gehirn. Ein kostenloser Hörtest in Mannheim ist der erste Schritt, um die eigene Situation klar einzuschätzen.

Hörakustik von Bandemer
Dürerstraße 16, 68163 Mannheim
Telefon: 0621 / 484 92 650

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Bei Hörproblemen oder Sorgen um die geistige Gesundheit wenden Sie sich an Ihren HNO-Arzt oder Hausarzt.

AvB

Alexander von Bandemer

Hörakustik-Meister (HWK) · ehem. Leiter Abteilung Hörakustik bei Widex · ehem. GEERS Product Manager

Seit der Gründung von Hörakustik von Bandemer in Mannheim-Neuostheim beraten wir herstellerunabhängig — mit dem Ziel, für jeden Kunden die individuell beste Hörlösung zu finden.

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Medizinischer Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren HNO-Arzt. Für die hörakustische Versorgung beraten wir Sie gerne persönlich.

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